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Da auf Erstsemester überall Abkürzungen, Fremdwörter und Fachbegriffe lauern haben wir hier ein kleines Uni-Wörterbuch für Euch zusammengestellt.

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 A       

Anwesenheitspflicht
Anders als in der Schule gibt es fürs Fernbleiben bei Vorlesungen keinen Eintrag ins Klassenbuch. Das ist eine feine Sache, verleitet aber auch zum Liegenbleiben, wenn morgens der Wecker klingelt. Nach der Zwischenprüfung ist dann Schluss mit dem studentischen Lotterleben. Denn in Hauptseminaren sind Anwesenheitslisten fast überall obligatorisch.  

Assistenten
Leibeigene des Professors. Die Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter und Assistenten sind auf höchstens sechs Jahre begrenzt und dienen der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. In der Regel sollen Assistenten deshalb ihre Doktorarbeit oder Habilitation schreiben. Doch der Alltag ist zermürbend: Statt wacker an der Dissertation zu schreiben, haben sie eine Kaffeefilter-Allergie und die goldene Ehrennadel für 25.000 Normalkopien.  

AStA
Kürzel für den Allgemeinen Studierenden-Ausschuss. Der AStA (an ostdeutschen Hochschulen meist Studentenrat) vertritt die Interessen der Studierenden und bietet allerhand Dienstleistungen an: vom Semesterticket für freie Fahrt in Bus und Bahn über Kulturveranstaltungen bis zur Beratung in allen Studienangelegenheiten. Gewählt wird der AStA von der Mehrheit des Studentenparlaments.  

Auswahlverfahren
In Deutschland gibt es nur zwei Institutionen, die jeden Bewerber nehmen müssen: Gefängnisse und Universitäten , zürnen manche Bildungspolitiker. In den USA dagegen können Hochschulen ihre Studenten frei auswählen. Auch in Deutschland erhalten die Universitäten und Fachhochschulen allmählich größere Entscheidungsfreiheit. Reformer erhoffen sich davon mehr Wettbewerb unter den Hochschulen um die besten Studenten. Kritiker befürchten jedoch die Aushöhlung des Rechts auf die freie Wahl der Hochschule.

Auslandssemester
Semester an einer Hochschule im Ausland, die dort erworbenen Scheine werden in der Regel angerechnet. Auslandssemester bringen Lebenserfahrung und Sprachkenntnisse. Außerdem lernt man Leute kennen, die Jacques, Igor oder Cathy heißen. Infos zu den Formalitäten gibt es beim Akademischen Auslandsamt.  

 B       

Bafög
Kürzel für Bundesausbildungsförderungsgesetz: staatliche Finanzspritze für Studenten aus weniger wohlhabenden Familien. Die Unterstützung wird monatlich ausgezahlt und für die Dauer der Regelstudienzeit bewilligt. Der Höchstsatz beträgt inzwischen 1140 Mark. Der Haken: Nach dem Studium muss man die Hälfte des Geldes zurückzahlen und steht oft vor einem gigantischen Schuldenberg - keine schönen Aussichten beim Start ins Berufsleben.  

Bachelor
Kurzstudiengang nach angelsächsischem Vorbild. Zusammen mit dem auf den Bachelor aufbauenden Master-Abschluss soll er mittelfristig das deutsche System von Diplom und Magister ersetzen. Erst wehrten sich die deutschen Universitäten nach Kräften, mittlerweile gibt es Hunderte von Bachelor-Studiengängen. So sollen die Studienzeiten verkürzt und zugleich die Chancen deutscher Absolventen auf dem internationalen Arbeitsmarkt verbessert werden.

Belegbogen
Liste der besuchten Veranstaltungen. Der Bogen wird ins Studienbuch eingeheftet. Das wiederum muss man zum Abschluss des Grund- und Hauptstudiums vorzeigen. Aber der erfahrene Studienhase weiß: Das Studienbuch kontrolliert niemand wirklich, sogar die gestrenge Dame mit der randlose Brille vom Prüfungsamt wirft nur einen gelangweilten Blick auf die Fleißarbeit.  

 C       

Campus
Gesamtanlage einer Universität. Die sieht manchmal sehr hübsch aus - in Bonn etwa, wo die Studenten im kurfürstlichen Schloss mit Hofgarten residieren, oder in Chemnitz mit einem Hauptgebäude im Stil der Gründerzeit. Anderswo jedoch erinnern marode Eingangshallen, blätternder Putz und waschbetonierte Höfe eher an das ehemalige Grenzdurchgangslager Friedland.

Cum laude
Ist lateinisch und heißt auf deutsch: Mit Lob. Das klingt ziemlich eindrucksvoll, ist aber nur die drittbeste Note bei der Beurteilung einer Doktorarbeit. Die Bestnote ist selten, nennt sich Summa cum laude und bedeutet übersetzt mit höchstem Lob.

Cum tempore
Die meisten Lehrveranstaltungen an der Universität beginnen erst ein Viertelstündchen später, weil der Professor noch sein Mittagsschläfchen hält. Dann steht die Abkürzung c.t. hinter der Ankündigung im Vorlesungsverzeichnis. Den Studenten kann es eigentlich egal sein, die kommen ohnehin immer zu spät und quetschen sich mit hochrotem Kopf in die letzten Bänke.

 D       

DAAD
Deutscher Akademischer Austauschdienst: kümmert sich mit seinen Programmen und Stipendien darum, dass ausländische Studenten nach Deutschland kommen. Und umgekehrt.  

Dekan
Oberhaupt eines Fachbereichs oder einer Fakultät. Kein Professor hat Lust auf den Job, weil er mit mächtig Bürokratie und wenig Ruhm verbunden ist. Dennoch meldet man sich freiwillig oder zumindest fast freiwillig, weil jeder mal drankommen muss. Wer sich weigert, dem drohen Fakultätskeile.

Dies academicus
Eigentlich der Tag, an dem die Universität sich selbst mit Veranstaltungen, Vorträgen und festlichen Reden feiert. Für Studenten ist der Dies academicus jedoch vor allem ein Tag zum Ausschlafen, alle Seminare und Übungen fallen aus. In vielen Uni-Städten finden deshalb am Vorabend auch traditionell ausschweifende Studentenpartys statt.

Dissertation
Doktorarbeit auf akademisch. Die dauert in der Regel drei bis fünf Jahre, ist armdick und der Nachweis wissenschaftlicher Exzellenz. Außerdem ist die Dissertation die Bedingung, um später einmal Professor zu werden.  

 E       

Exmatrikulation
Abmeldung von der Hochschule: steht an, wenn das Studium abgeschlossen ist oder man schon nach drei Semestern einen formidablen Job fürs Leben gefunden hat. Oder man hat vergessen, den Semesterbeitrag zu zahlen. Dann empfiehlt sich ein Spurt zur Universitätskasse.


Erstsemester
Studienanfänger. Sie ziehen noch ihre Lieblingspullis an, schreiben in Vorlesungen alles mit und haben neue Ledertaschen, ein Geschenk der Eltern. Später schreiben sie nicht mehr mit und werden routiniert und ein bisschen zynisch, wie alle anderen Studenten auch.  

Examensarbeit
Abschließende Hausarbeit von um die 80 Seiten, fast immer Teil der Prüfungen. Je nach Fach bedeutet das offiziell drei, sechs oder zwölf Monate harte Arbeit und eiserne Disziplin. Real brauchen viele Studenten deutlich länger: Man sitzt am Schreibtisch und schreibt, während die Freunde das Tanzbein schwingen. Das Leben ist eben manchmal grausam. Aber nichts befreiender als der Fußmarsch zum Copy-Shop, um die fertige Arbeit binden zu lassen.  

Existenzgründung
Gründung einer eigenen Firma, allein oder mit Partnern. So ändern sich die Zeiten: Früher galt als lebensmüde, wer sich selbstständig machte. Heute werden Existenzgründer von Politik und Wirtschaft gepriesen - als mutige Visionäre, als Motor der Konjunktur und Hoffnungsträger. Abseits der Klischees ist die Selbstständigkeit gerade in den ersten Jahren ein nervenzehrendes Geschäft. Beratung gibt es unter anderem bei den Arbeitsämtern.  

 F       

Fachschaft
Etwas Ähnliches wie früher die Schülervertretung. Denn Fachschaftler sitzen gern auf Sperrmüll-Sofas und trinken Kaffee. Nebenbei finden Studenten hier Rat bei Problemen im Studienalltag. Und wer hartnäckig nachfragt, bekommt auch Tipps, welche Professoren besser zu meiden sind, weil sie launisch sind oder in Prüfungen unberechenbare Fragen stellen.

Forschungssemester
Professoren müssen Studenten ausbilden, aber auch selbst Wissenschaft betreiben. Im Idealfall gehen beide Tätigkeiten Hand in Hand. Oft hält der aufreibende Uni-Alltag jedoch die Professoren von der Forschung ab. Deshalb dürfen sie hin und wieder für ein ganzes Semester die Last der Seminare, Prüfungen und Gremiensitzungen abwerfen und sich der reinen Wissenschaft widmen - selbst hartnäckige Hörsaal-Verweigerer, Forschungsnieten und andere akademische Tiefflieger.

Fußnote
Belegstelle für ein Zitat. Diese Technik beim wissenschaftlichen Arbeiten lernt man in Einführungen und Proseminaren. Ist das Prinzip durchschaut, scheint alles ganz einfach: Autor, Titel, Verlagsort, Jahr und Seitenzahl. Dennoch verzweifeln viele Studenten an den Ausnahmeregeln für Aufsätze, Bibliographien oder Sammelbände. Hier wie überall im Studium gilt: Übung macht den Meister.  

 G       

Globalhaushalte
Instrument zur Hochschulfinanzierung: Universitäten bekommen von der Landesregierung nicht mehr abgezähltes Geld für jeden Fachbereich, sondern können über die Verteilung weitgehend selbst bestimmen. Das Ziel ist klar: Die Selbstverantwortung der Hochschulen soll gestärkt werden.

Grundstudium
Knochenmühle des Studiums. In den ersten Semestern lernt man die wichtigsten wissenschaftlichen Techniken und die Grundlagen des Fachs. Das ist in der Regel mit viel Arbeit, kniffligen Klausuren und Prüfungen verbunden. Im Hauptstudium werden die erlernten Techniken angewandt und verfeinert.

 H       

Habilitation
Letzte Hürde auf dem Weg zur Professur. Sie besteht aus einer Abhandlung, der Doktorarbeit vergleichbar, und einer Fragestunde durch die Professoren der Fakultät. Immer wieder wird die Abschaffung der Habilitation diskutiert, um so den wissenschaftlichen Nachwuchs besser fördern zu können. Traditionalisten wie der Deutsche Hochschulverband halten die Habilitation jedoch für einen zentralen Bestandteil der akademischen Ausbildung.  

Hilfskraft
In den Fakultäten und Fachbereichen gibt es immer eine Menge zu tun. Kopieren, Kaffee kochen, Koffer schleppen - das ist der klassische Dreikampf studentischer Hilfskräfte. Außerdem dürfen die Hiwis Bücher aus Bibliothek holen, Post sortieren, Vorlesungen vorbereiten. Und so nebenher einen Blick hinter die akademischen Kulissen riskieren. Empfehlen kann man sich für diese Jobs durch enormen Eifer in Proseminaren. Mehr als vier Jahre darf aber niemand als Hilfskraft arbeiten.  

Hörsaal
Bevorzugter Veranstaltungsort an der Universität mit Klappstühlen und kleinen Tischen. Und die Bilder ähneln sich überall: Vorne steht der Dozent und spricht von Lautverschiebungen oder Molekülen. In den engen Hörsaalbänken drängeln sich unterdessen viel zu viele Studenten. Mitunter klagen sie deshalb über das Touristenklasse-Syndrom, können auf Stützstrümpfe gegen die Thrombosegefahr jedoch getrost verzichten. Denn nach eineinhalb Stunden lockt schon die Caféteria.

 I       

Immatrikulation
Einschreibung an einer Hochschule und meist Stress pur: Erst warten die Erstsemester stundenlang, dann sind sie endlich an der Reihe und haben irgendwas vergessen - das Abiturzeugnis, den Personalausweis oder die Befreiung von der Krankenkasse.

Internationaler Studentenausweis
Gibt es beim örtlichen AstA und hilft Sparen. Denn wer ins Ausland fährt, bekommt im Kino, Schwimmbad und in vielen Museen verbilligten Eintritt. Der Nachteil: Türsteher in angesagten Pariser Diskotheken lachen hämisch über die kleine grüne Chipkarte und verriegeln die Tür.  

 K       

Kanzler
Heimlicher Herrscher der Universität. Er ist der Chef der Verwaltung und mithin Dienstherr aller nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter. Und er hebt oder senkt den Daumen, wenn es um freie Seminarräume und Hörsäle geht.  

Kolloquium
Versammlung ambitionierter Wissenschaftler. Vorträge werden gehalten, anschließend diskutiert man darüber in wohl gesetzten Worten. Vorteil für die Teilnehmer: Die akademische Elite ist unter sich, fernab des studentischen Pöbels. Entsprechend hoch ist die Dichte an Lesebrillen und Einstecktüchern.

 L       

Langzeitstudent
Kommt jemand im Studium nicht voran, kann es dafür viele Gründe geben: Man muss nebenher arbeiten, kommt mit den Anforderungen nicht zurecht oder hat schlicht Prüfungsangst. Deshalb bitten immer mehr Universitäten ihre Sorgenkinder zu Beratungsgesprächen und versuchen, ihnen Wege zum Studienabschluss zu ebnen.

Latinum
Das Gallien früher einmal in drei Teile unterteilt war, weiß man noch aus der Schule. Denn mit dieser Feststellung beginnt Julius Cäsar sein epochales Werk "De bello gallico". Wer jedoch hoffte, mit dem Abitur sei auch die Beschäftigung mit antiken Sprachen erledigt, sollte sich die Studienordnung genau durchlesen. An den Unis ist Latein, die tote Sprache, quicklebendig - noch immer verlangen viele Fächer ihren Studenten den Nachweis passabler Lateinkenntnisse ab, ob Germanistik, Geschichte oder Romanistik. Möge ihnen der Himmel auf den Kopf fallen.  

Lehrverpflichtung
Professoren müssen pro Woche in der Vorlesungszeit eine bestimmte Anzahl von Lehrstunden abzuleisten. An Universitäten sind es derzeit acht Stunden, für Assistenten die Hälfte. Doch nicht immer ist die Lehrmoral intakt. Manche Dozenten bieten sogar mehr Veranstaltungen an, andere hingegen nutzen angenehme Fluchtwege: Sie spezialisieren sich zum Beispiel auf Kolloquien zu abwegigen Themen, Blockseminare tief in den Semesterferien oder Wochenend-Oberseminare mit persönlicher Einladung.  

 M       

Master
International verbreiteter Titel, der dem deutschen Diplom entspricht. Weil es für den deutschen Abschluss keine adäquate englische Übersetzung gibt, bieten immer mehr deutsche Universitäten den Master an. Er baut auf den Bachelor-Abschluss auf.  

Matrikelnummer
Die Matrikel ist das Verzeichnis aller Studenten einer Hochschule. Und jeder Student erhält bei der Einschreibung seine individuelle Nummer. Die sollte man sich merken, weil man sie immer mal wieder auf Scheinen und Formularen eintragen muss. Zur Not hilft ein Blick auf den Studentenausweis.  

Mensa
Das Hochschul-Restaurant. Täglich gibt es die Speisung der Massen mit Formfilets und Salzkartoffeln. Das nennt sich dann Stammessen. Als Alternative gereicht werden meist Gerichte mit Nudeln, seit BSE auch überall Speisen "mit ohne Fleisch". Die Preise sind erfreulich niedrig, weil der Staat die Studentenfütterung großzügig unterstützt. Besser schmeckt es dadurch aber auch nicht, schwören langjährige Mensabesucher.  

 N       

Neugründungen
Als nach dem Krieg die Studentenzahlen stiegen, wurde fix eine ganze Reihe neuer Universitäten gegründet. In Augsburg etwa, in Bamberg, Bochum, Bielefeld und Düsseldorf. Gebaut wurde vornehmlich mit Beton, was heute manchen Erstsemester erschreckt. In den Uni-Rankings schneiden die neuen Universitäten jedoch oft formidabel ab.

Nobelpreis
Der begehrteste Wissenschaftspreis der Welt. Den Nobelpreis gibt es für Medizin, Physik, Chemie und einige andere Disziplinen. Meistens bekommen ihn Amerikaner oder Franzosen. Hin und wieder klingelt aber auch in Deutschland das Telefon, und das schwedische Auswahlkomitee ist dran. Dann gibt es Blumen von den Assistenten und Glückwünsche aus aller Welt.  

Numerus clausus
Zulassungsbeschränkung bei stark nachgefragten Studiengängen. Die Abiturnote entscheidet, wer die begehrten Plätze erhält. Der Rest muss warten, manchmal über drei Semester. Da empfiehlt sich, die Studienentscheidung noch einmal zu überdenken. Vielleicht Germanistik statt Jura? Oder Hoch- und Tiefbau statt BWL?  

 O       

Oberseminar
Aussterbende Veranstaltungsart. Zumeist auf Einladung des Professors versammeln sich im Oberseminar die talentierten Studenten und diskutieren über alles, was im akademischen Alltag zu kurz kommt.  

Orchideenfach
Universitätsdisziplin, die eher schwach nachgefragt wird oder sich mit exotischen Sachverhalten beschäftigt. Festlandkeltisch gehört dazu, die Kristallologie und die Forstwissenschaft.  

 P       

Praktikum
Die Semesterferien nutzen schlaue Studenten, um via Interrail europäische Züge unsicher zu machen oder bereits erste Berufserfahrungen zu sammeln. Diese Chance bieten Praktika bei Unternehmen. Bezahlt werden die ersten Schritte in die raue Berufswelt allerdings ausgesprochen mau.  

Psychologische Beratung
Rettungsanker bei akuten Problemen. Eine Beratungsstelle gibt es an fast jeder Hochschule. Sie hilft zum Beispiel, wenn Studenten sich aus nackter Panik nicht trauen, sich zu Prüfungen anzumelden.  

 Q       

Quatsch
Goldene Regel für alle Examenskandidaten: "Ich darf auch Quatsch schreiben!" in Großbuchstaben auf ein Blatt Papier schreiben und über den Schreibtisch hängen. Immer mal wieder drauf blicken, wenn man dumpf brütet und die Arbeit nicht recht voran geht.  

 R       

Ranking
Umfrage mal unter Studenten, mal unter Professoren und Personalchefs. Oder alles zusammen. Heraus kommt eine Rangliste der Hochschulen. Gefragt wird zum Beispiel nach Betreuung, Ausstattung und Qualität der Lehre. Merkwürdig dabei: Häufig gewinnen Universitäten, die auch mit einem Spitzenplatz in den Tauschbörsen für Studienplätze auftauchen. In der Rubrik "Biete" wohlgemerkt.  

Rektor
Steht an der Spitze an der Universität. Er wird aus den Reihen der Professoren gewählt und repräsentiert die Universität nach außen - mal als Grüßaugust, mal als beinharter Wissenschaftsmanager.  

Repetitorium
Notwendiges Übel in den Rechtswissenschaften. Um das Examen zu bestehen, lassen sich fast alle Jura-Prüflinge den Stoff zuvor von teuren Privatpaukern eintrichtern. Warum diesen Job nicht die Universität selbst erledigt? Man hat vor vielen Jahren aufgehört zu fragen.  

 S       

Schein
Leistungsnachweis. Gibt es bisweilen für reine Anwesenheit und ein schlaues Gesicht, meist aber für Referat, Klausur oder Hausarbeit.

Semesterwochenstunden (SWS)
Unterrichtsstunden, die pro Woche in einem Semester besucht werden müssen. Die genaue Zahl steht in der Studienordnung. Wer sich strikt daran hält, kann das Studium in der Regelstudienzeit abschließen. Eine Semesterwochenstunde dauert in der Regel 45 Minuten, die meisten Veranstaltungen haben deshalb einen Umfang von zwei SWS.

Sprechstunde
Wöchentlich bitten die Professoren für wenige Stunden zur persönlichen Audienz über Hausarbeiten und anstehende Prüfungen in ihre Dienstzimmer. Früh kommen lohnt sich immer. Denn sonst hockt man schnell einige Stunden auf dem Flur, bis schließlich ein Jüngling mit süßem Lächeln aus dem Zimmer schreitet und den Wartenden beiläufig verkündet, er habe sich mit dem Professor "festgequatscht."

 T       

Talar
Traditionelle Arbeitsbekleidung akademischer Würdenträger. Spätestens seit 1968 ist das wehende Kleid allerdings etwas aus der Mode. Damals riefen langhaarige Protestler vom "Muff von tausend Jahren unter den Talaren". Seither gibt die Professorenschaft sich gelüftet.

Teilzeitstudium
Alleinerziehende Mütter oder Berufstätige haben oft wenig Zeit. Deshalb steigt an den Universitäten die Zahl der Angebote, die ein Studium nur halbtags oder nur an einigen Tagen erlauben.  

Tutor
Studentische Hilfskraft, die Studienanfängern praktische Tipps und Hilfestellungen gibt: wie man bibliographiert, wo die Seminarbibliothek ist und warum man für Fußnoten nicht die Schuhgröße kennen muss.  

 U       

Übung
Lehrveranstaltung, bei der wissenschaftliche Methoden praktisch angewendet werden - unter Anleitung von Assistenten.  

Universitätsbibliothek
Zur wissenschaftlichen Arbeit gehört zwangsläufig die Lektüre anderer wissenschaftlicher Arbeiten. Die Universitätsbibliothek, kurz Uni-Bib, macht diese Bücher und Zeitschriften jedem Studenten zugänglich. Auch wenn manche Bibliothek vermuten lässt, hier würde gerade ein Dokumentarfilm über die Mangelwirtschaft in der Sowjetzone gedreht.  

 V       

Verbindung, studentische
Auch Burschenschaft oder Korporation genannt: Verein meist konservativer Fechtbrüder. Unter Ausschluss von Frauen und Ausländern wohnt man zusammen und trägt komische Mützen. Mitunter schwingen die Herren auch den Säbel. Ansonsten trinken sie viel, singen gern verbotene Strophen der Nationalhymne und starren alte Landkarten an, auf denen Deutschland noch Preußen heißt.

Vorlesung
Veranstaltungsart. Der Professor steht vorne und doziert, die Studenten hören zu. Das ist mal spannend, wenn der Professor ein Entertainer ist oder die Materie interessant. Das ist mal ermüdend, wenn der Professor nuschelt oder nur das Manuskript seines Buches verliest.  

Vorlesungsverzeichnis, kommentiertes
Register aller Veranstaltungen. Wer allerdings den dicken Komplettwälzer mit uni-weiter Übersicht kauft, ist selber schuld. Kenner holen sich das Kompendium des eigenen Fachbereichs, in dem die Professoren ihre Veranstaltungen ausführlich kommentieren und Literaturtipps geben.  

 W       

Wohnheim
Letzter Ausweg für Wohnungssuchende: Die subventionierten Zimmer der Wohnheime sind konkurrenzlos billig, bieten aber oft maximal fünfzehn Quadratmeter und ein Weltraumklo ohne Ecken und Kanten.  

Wohngemeinschaft
Studentisches Zweckbündnis gegen hohe Mieten. Ideal funktioniert die WG, wenn der Putzplan eingehalten wird, Svenja morgens freundlich grüßt, Kalle nicht bis vier Uhr in der Nacht seine Metallica-Platten durchhört und Peter seine Unterhosen im eigenen Zimmer deponiert. Normal ist: Keiner spült ab, die Klotür schließt nicht richtig. Und in der Küche frühstückt einer, den keiner kennt.  

 Z       

Zettel
Das wichtigste Kommunikationsinstrument an der Hochschule. Auf Zetteln werden am schwarzen Brett Jobs und Wohnungen angeboten, auf Zetteln muss sich eintragen, wer bestimmte Seminare besuchen will. Zettelwissenschaft eben.

ZVS
Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen in stark nachgefragten Studiengängen wie BWL, Medizin oder Psychologie. Die ZVS wird oft als Instrument staatlicher Willkür geschmäht, die Dortmunder Einrichtung macht aber auch nur ihren Job. Und immerhin bekommen über 80 Prozent der Bewerber den gewünschten Studienort - nur wenige wollen nach Bonn und studieren dann in Greifswald.  



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